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Wanderung am 16.09.2017

Samstag, 16. September 2017

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Mit den Gymnastik- und Tanzgruppen Stellina, Stella und Sole in Helsinki

Als ich mich dazu entschlossen habe, Julika nach Helsinki auf die Gymnaestrada zu begleiten, wusste ich ganz ehrlich gesagt nicht so genau, auf was ich mich einlassen würde. Klar war: 10 Tage schlafen in einem Klassenzimmer, auf einer dünnen Isomatte mit 20 anderen Mädchen und Frauen. Dazu jeden Tag irgendwie Programm. Entweder die eigenen Tanzvorführungen unserer Mädchen oder die der anderen aus Ländern wie Mexiko, USA oder Dänemark. Gut habe ich gedacht, eine einmalige Gelegenheit. Ich mach das mal.

Also treffen wir uns am 11. Juli 2015 alle im Deutschland Outfit am Frankfurter Flughafen. So viele Mädchen in Schwarz/Rot/Gold auf einem Haufen. Das zieht die Blicke an. Selbstverständlich mit dabei auch dieses Mal wieder die beiden Turnerdamen Irmgard und Ingrid und Eva. Nicht zu vergessen Robert, der Chef des Ganzen. Halt und hält alles und alle im Blick. Und Stefanie, die Trainerin, natürlich. Immer mittendrin, ansprechbar und gut gelaunt. Eine letzte Umarmung an die Eltern und los geht es zum Flieger. Nach 2 ½ Stunden Flug steigen wir gut gelaunt in den Bus und werden zu unserer Schule gefahren. Dorthin, wo wir die nächsten 10 Tage übernachten werden.

Stellina teilt sich ein Zimmer mit den erwachsenen Frauen. Sole und Stella beziehen das Klassenzimmer nebenan. Mit uns wohnen noch 300 andere Deutsche in der finnischen Grundschule. Alle sind aufgeregt, voller Vorfreude auf die nächsten Tage. Nachdem alle Matratzen aufgepumpt, Schlafsäcke ausgepackt und Koffer verstaut sind, herrscht ein gemütliches Chaos, das für die nächsten Tage unser Zuhause sein wird. Wem das zu eng ist, der geht raus auf den Flur. Dort haben wir Tische zusammengestellt und Wäscheleinen aufgehängt. Es herrscht ein munteres Treiben, es wird getanzt, gequatscht und gegessen. Die erste Nacht steht an, die Mädels quatschen sich müde und schlafen irgendwann. Ebenso Irmgard, Ingrid und Eva, bewundernswert. Stefanie und mir gelingt das nicht so gut, vor lauter Röcheln und Schnarchen machen wir kein Auge zu. Drei Stunden Schlaf, das werden harte Tage mit dunklen Augenringen und dicken Tränensäcken. Aber egal, die Stimmung ist super, besser als das Frühstück. Und Stefanie macht Yoga mit uns, gegen die Verspannungen. Es gibt so viel zu berichten, so viele kleine Details, aber das würde natürlich den Rahmen sprengen, deswegen konzentriere ich mich einfach auf die Highlights.

Ein unfassbares Erlebnis war die Eröffnungsshow. Allein 2000 Deutsche, alle im selben Outfit, schwarz, rot, gold, mit Hut und Fahne. Und wir  mitten drin. Eine Euphorie, die einfach überschwappt, Gänsehautfeeling. Man kann das gar nicht aufhalten. Insgesamt laufen 21000 Teilnehmer aus 55 Nationen in das Olympiastadion mitten in Helsinki. Immer eine Runde und dann auf die Tribüne. Allein für dieses Erlebnis haben sich die schlaflosen Nächte gelohnt.

Dann die Auftritte unserer Mädchen auf dem Senatsplatz, drei insgesamt, ein großer, repräsentativer Platz mitten in der Innenstadt. Tanzen vor 1000 Leuten bei strahlender Sonne. Das war feuchte Hände, Puls auf 180, Daumendrücken und Mitfiebern. Immer der Gedanke, hoffentlich geht alles gut. Vorher stundenlange Schminkaktion. Und die Haare! Welche Frisur machen wir heute, Diskussion und bürsten, bürsten, bürsten.

Immer wieder Feedback von Stefanie und Trainingseinheiten, damit die Mädels noch besser werden, zwischendrin ein wenig Sightseeing, denn Helsinki bietet schließlich mehr als nur TänzerInnen und Akrobaten.

Die vielen unglaublich professionellen Tanzvorführungen in der Messe. Alle sind begeistert, schauen stundenlang zu und sind auch ein wenig neidisch, auf das, was die anderen können.

Unser fast tägliches gemeinsames Abendessen im Flur, vor dem Klassenzimmer. Alle helfen mit, schnipseln Rohkost, waschen Salat, schneiden Möhren (Lisa danke für das einzig scharfe Messer), decken den Tisch, quatschen, lachen oder gähnen.

Und natürlich die Gruppenvorführungen, Massen an Tänzern kommen zusammen in weißen, lila, roten, grünen oder gelben Kostümen. In Gruppen stellen sie gigantische Figuren, u.a. die Friedenstaube von Picasso. Wir sitzen auf den Rängen, die Münder offen, staunen und klatschen. Auch unsere Mädchen machen bei der Deutschen Vorführung mit, haben alle ihre Positionen im Kopf. Es klappt super, auch ohne Generalprobe, bei der wir leider nicht dabei sein konnten.

Zwischendrin noch der Geburtstag von Ingrid. Stellina probt mit Anja einen kleinen Tanz und führt ihn vor. Überraschung geglückt. Geburtstagskind strahlt, klatscht und macht mit (Alle Leut, alle Leut, gehen jetzt nach Haus …)

Alles in allem ein Ereignis, das ich nie vergessen werden. Vor allem der entspannte und lustige Zusammenhalt der Mädchen, den fand ich toll. So viel junges Gemüse auf einen Haufen, eine tolle Erfahrung, ein Einblick in die Jugend. Und was mich auch sehr begeistert hat, war die Stimmung in der ganzen Stadt. Helsinki war offen und friedlich. Jeder durfte zeigen, was er konnte, ganz ohne Wettbewerb. Und das auf einem unfassbar hohen Niveau. Wir alle waren mittendrin und für 10 Tage eingetaucht in dieses berauschende Gefühl. Danke dafür.

 

Petra Boberg

 

 

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